Liebe Mitglieder, liebe Bürgerinnen und Bürger von Grainau,
nachfolgend darf ich Sie über die öffentliche Gemeinderatssitzung vom 22.04.2026 informieren.

Bekanntgaben
Der Gemeinderat hatte in seiner Sitzung vom 11.02.2026 beschlossen, eine Machbarkeitsstudie für das Kurhaus/Schwimmbad in Auftrag zu gegeben und die Auftragsverteilung einem Entscheidungsgremium aus dem Gemeinderat übertragen. Inzwischen ist die Entscheidung gefallen, der Zuschlag ging an das Architekturbüro Zhu Laub, Mittenwald. Ein Ergebnis wird voraussichtlich erst 2027 vorliegen.

Bauordnungsrecht
Ein weiteres Mal hat sich der Gemeinderat mit dem Bauvorhaben der Bayerischen Zugspitzbahn in der Gumpenau beschäftigt. Seit der letzten Sitzung wurde die erforderlich Ausweichbucht zugesagt und eine überarbeitete Entwässerungsplanung vorgelegt. Nach wie vor fordert der Gemeinderat aber im Rahmen eines Beweissicherungsverfahren (mit Kostentragung durch die Bayerische Zugspitzbahn) den Zustand der Straße vor und nach den Baumaßnahmen zu bewerten und die Bayerische Zugspitzbahn zu verpflichten, etwaige Schäden auf ihre Kosten zu beseitigen.

Keine Einwände hatte der Gemeinderat gegen den Umbau und die Nutzungsänderung eines Teils des bestehenden Tennishalle in einen Handwerksbetrieb (Schreinerei), gegen die Aufstockung eines Wohnhauses und Einbau von Zwerchgiebel und Gaube (bei geringfügigen Auflagen) im Törlenweg und gegen die Erweiterung einer Erdgeschosswohnung (bei Abweichung von der Ortsgestaltungssatzung) Am Krepbach.

Keine Zustimmung fand dagegen die beantragte Nutzungsänderung eines Wohnhauses in Ferienwohnungen Am Zigeunerbergl, weil der gültige Bebauungsplan dort ein allgemeines Wohngebiet vorsieht.

Ortsrecht
Sowohl bei der Wasserversorgung als auch bei der Schmutzwasserentsorgung ist die Gemeinde verpflichtet, kostendeckend zu kalkulieren.

Zum Stand 31.12.205 beläuft sich der Verlustvortrag bei der Wasserversorgung auf (gerundet) -351.307 €, bei der Schmutzwasserentsorgung auf -238.317€.

Deshalb war für beide Bereiche eine Anhebung der Gebühren notwendig. Rückwirkend zum 01.10.2025 steigt daher bei der Wasserversorgung der Kubikmeterpreis von 1,63€ auf 1,95€, bei der Schmutzwasserentsorgung von 1,49€ auf 1,99€.

Die nächste Kalkulation wird im Jahr 2030 erfolgen.

Zudem ist vorgesehen, ab 2027 eine Niederschlagswassergebühr (Regenwasser) zu erheben, soweit eine Einleitung in das Kanalsystem erfolgt.

Auch die Zweitwohnungssteuer wird angepasst. Ab 2027 wird der Steuersatz von derzeit 20% auf 24% angehoben.

Schließlich hat der Gemeinderat auch noch beschlossen, die Bade- und Saunagebühren zum 01.05.2026 zu erhöhen. Dabei wurde festgelegt, die Eintrittspreise für Kinder möglichst nur moderat anzuheben. So steigt beispielsweise der Eintritt bei „Kurz-Bad Kind“ von 3,50€ auf 4,00€, die „Tag-11er-Bad Kind“ von 50,00€ auf 55,00€ und die Jahreskarte „Kind“ von 115,00 € auf 125,00€.

Haushalt- und Kassenrecht
Nach vorbereitenden Sitzungen des Hauptverwaltungs- und Finanzausschusses hat der Gemeinderat den Haushalt für das Jahr 2026 beschlossen.

Der Haushaltsansatz für den Verwaltungshaushalt beträgt 13,4 Mio. EUR, der für den Vermögenshaushalt 4 Mio. EUR.

Kreditaufnahmen für Investitionen sind nicht vorgesehen, allerdings ist eine Rücklagenentnahme von 1,7 Mio. EUR erforderlich. Die Rücklage wird sich zum Jahresende damit auf voraussichtlich 535.000€ verringern.

Zudem wird sich zum Jahresende die Verschuldung erhöhen. Zu Beginn des Kalenderjahres 2026 betrug der Schuldenstand 5,1 Mio. EUR, dieser wird zum Jahresende 5,4 Mio. EUR betragen (Tilgungsleistungen bereits eingerechnet). Die Pro-Kopf-Verschuldung zum Jahresende wird dadurch bei 1.556€ liegen.

Die Steuersätze (Hebesätze) betragen für die

  • Grundsteuer A (unverändert) 500 v.H.,
  • Grundsteuer B 510 v.H. (Vorjahr 570)
  • und Gewerbesteuer (unverändert) 380 v.H. .

Die größten Posten im Verwaltungshaushalt auf der Einnahmenseite sind die Gewerbesteuer mit 1,45 Mio. EUR (allerdings halbiert im Vergleich zu den Jahren 2023 und 2024)), der gemeindliche Einkommensteueranteil mit 2,3 Mio. EUR und der Kurbeitrag mit 1,8 Mio. EUR.

Auf der Ausgabenseite schlagen wie in jedem Jahr insbesondere die Personalkosten mit 3,6 Mio. EUR und die Kreisumlage mit 3,0 Mio. EUR (Zuwachs von 1 Mio. EUR im Vergleich zum Jahr 2023) zu Buche.

Insbesondere der Einbruch der Gewerbesteuer und die rückläufigen Schlüsselzuweisungen führen bei erneut deutlich erhöhter Kreisumlage zu einer angespannten Haushaltssituation.

(alle vorstehenden Werte gerundet)

Neben dem Haushalt lagen dem Gemeinderat zwei weitere Nachträge im Rahmen der Rathaussanierung vor. Bei den Elektroanlagen schlagen Mehrkosten von rd. 2.200 EUR zu Buche.

Wahlperiode 2020 – 2026
Die Gemeinderatssitzung vom 22.04.2026 war die letzte Sitzung in der Wahlperiode 2020 – 2026. Ausscheidende Gemeinderatsmitglieder wurden für ihre ehrenamtlich Tätigkeit geehrt.

Der neue Gemeinderat wird ein deutlich verändertes Gesicht aufweisen.

Auch meine Funktion als 2. Bürgermeister endet mit Ablauf dieser Wahlperiode. Die Berichte über die Gemeinderatssitzungen werden aber wie bisher fortgeführt.

Herzliche Grüße,

Christian Andrä (BfG)

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